Der Heilige Quirinus von Neuss


Der römische Tribun Quirinus war der Überlieferung nach der Kerkermeister des Römischen Bischofs (Papstes) Alexander I. Er wurde zusammen mit seiner Tochter, der Heiligen Balbina, von diesem bekehrt. Unter Kaiser Hadrian als Christ verfolgt, wurde er etwa um 115 n. Chr. nach grausamen Martern enthauptet und in der Pretestatus-Katakombe in Rom beigesetzt. Papst Leo IX schenkte, einer Legende nach, um 1050 die Reliquien seiner Schwester Gepa, Äbtissin in der Abtei zu Neuss.

Die Verehrung und der Kult des Heiligen Quirinus verbreitete sich rasch über ganz Europa. Neben Hubertus von Lüttich, Cornelius (Bischof von Rom) und Antonius dem Großen, gehört er zu den Vier Marschällen. Er ist Patron der Stadt Neuss, der Pferde, Rinder und Ritter. Er wird angerufen gegen Bein- und Fußleiden, Gicht, Lähmung, Eitergeschwüre, Hautausschlag, Pest, Ohrenschmerzen, Kropf, Fisteln, Knochenfraß, Pocken und Pferdekrankheiten.

Sein Gedenktag ist der 30. April.

Die Reliquien werden im Quirinus-Münster (1206-1250) in Neuss, in einem kostbaren Schrein aufbewahrt. Dargestellt wird er als römischer Tribun mit einem Schild, mit 9 goldenen "Kugeln" auf rotem Grund. Neuss wurde so im Mittelalter (neben Köln und Aachen) einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte im Rheinland. Die Menschen kamen gezielt oder auf der Durchreise zu einem anderen Wallfahrtsort hierher. In Neuss angekommen, wollte man die Reliquien sehen und das wundertätige Wasser aus der "Hirnschale" des Heiligen trinken.

Viele wundersame Taten umranken Quirinus.

Auch Heute noch (besonders um den 30. April) pilgern Menschen mit ihren Anliegen zum Schrein des Heiligen Quirinus und erhoffen Fürsprache und Hilfe.